Ein Kurzurlaub mit Kunst

Widmen wir uns einen ganzen Tag der Kunst! Das ist in Baden-Baden ausgesprochen lohnenswert und wird von vielen gerne als Anlass für einen Kurzurlaub genommen. Angefangen beim Museum Frieder Burda über die Staatliche Kunsthalle, gibt es immer wieder auch kleinere Ausstellungen, beispielsweise von den Galerien oder von den Kunstvereinen Baden-Badens, die anspruchsvollen Kunstkennern gerecht werden. Unsere Tour führt Sie vom Hotel aus durch ganz Baden-Baden - Sightseeing inklusive. Vielleicht nimmt man sich auch zwei Tage dafür, dann lässt sich die Begeisterung für Kunst auch mit dem Erlebnis Natur verbinden. Was man aus einem Tag mit Kunst machen kann, zeigt unser junges Gästepaar Emilia und Max: 8:30 Uhr Vom Zimmer aus schauen wir direkt in den Park und lauschen bei offenem Fenster dem Vogelgezwitscher. Unten auf der Parkterrasse wartet schon ein Frühstückstisch auf uns und weil wir heute einiges vorhaben, fällt das Aufstehen leicht. Wir gönnen uns ein ausgedehntes Frühstück mit frischem Obst, Bircher Muesli, Brötchen und Eiern und natürlich viel leckerem Kaffee. Mehr geht nicht, sonst würden wir nie loskommen… 10:00 Uhr Wir starten erstmal direkt mit dem Museum Frieder Burda. Wir waren hier schon zur Nolde Ausstellung, als die Hochbeete um das Museum in den Farben der Bilder gehalten waren und bei JR, der ganz Baden-Baden in sein Streetart Fotoprojekt einbezogen hatte. Zu Hause hängt noch unser Foto aus der Knipskabine, die im untersten Stock aufgestellt war. Diesmal sind wir auf die Sommerausstellung über Heinz Mack, Licht und Schatten neugierig. Alleine die Architektur des Museums ist immer einen Besuch wert. Licht und Schatten faszinieren hier auf ganz besondere Art, insofern passt die Ausstellung ausgezeichnet zum Bauwerk. Und ja, Max begleitet mich in den Museumsshop. Zumindest dieses Mal ;-) Wie wir dann fertig sind mit unserer Audioführung, die übrigens richtig empfehlenswert ist, weil man sonst doch vieles verpasst, steht die Sonne schon senkrecht über der Lichtentaler Allee. Einfach herrlich das Wetter und bevor wir in die Staatliche Kunsthalle gehen, genießen wir erstmal ein Mittagessen im Rive Gauche. Die Ausstellung müssen Sie schon selbst besuchen, das führt zu weit. Für uns war sie ein beeindruckendes Erlebnis. 12.00 Uhr Wir ergattern gerade noch so ein Tischchen draußen auf der Sonnenterrasse. Das Restaurant gehört zum Gebäudeensemble Kulturhaus LA8. Ein Mäzen der Stadt hat das Bürgerhaus aufgekauft und der Allgemeinheit zugeführt – Hut ab! Im Innenhof liegt das kleinen Technikmuseum, ein Schachclub, Frank Elstner hat hier sein Büro und das Restaurant Rive Gauche bietet neben „unserer“ Terrasse auch innen ein schnuckeliges Restaurant. Sie können sich ungeniert umschauen, die Architektur ist es wirklich wert! Wir hatten dann allerdings heftig Hunger und waren über die libanesische Küche richtig baff! Danach schnell noch ein Eis im Hörnchen bei der Eisdiele zwischen den Palmen, die Pferdekutsche klappert mit ein paar Touristen vorbei, die uns ablichten und hoffentlich nicht posten! Eine Stimmung wie an den italienischen Seen. Wir würden gerne länger bleiben! Schade, dass die Zeit nur für den kleinen Kurzurlaub reicht. 14:30 Uhr So, nun kommt die Staatliche Kunsthalle dran. Sie ist bekannt für experimentierfreudige und zeitgenössische Kunst. Wir sind extrem gespannt, [...]

Ein Kurzurlaub mit Kunst2018-10-02T10:18:47+00:00

„Untergegangen“ am Augustaplatz

Abdullah Rajab Almalla legt Fotos bewusst unter Wasser. Untergegangen. Heißt die Installation. Der seenartige Brunnen am Augustaplatz in Baden-Baden bietet den Schauplatz für eine Installation, die schon vor der Ausstellungseröffnung für großes Aufsehen in den Medien gesorgt haben. Abdullah Rajab Almalla schuf gemeinsam mit Fotografen, die noch in Syrien leben, ein Kunstwerk, das vom 18. September bis zum 7. Oktober während der interkulturellen Wochen dort zu sehen ist. Sprach man noch im vergangenen Jahr von -einer- Kulturellen Woche, so erlebt man 2017 ein kontrastreiches Programm über vier Wochen. Baden-Baden war immer schon sehr international und weltoffen, das können gerade die Baden-Badener Hotels bestätigen. Gäste aus aller Welt genießen den ruhigen Flair der kulturell geprägten Kurstadt. Hektik ist ein Fremdwort, Gelassenheit und Lebensfreude sind das Motto. Mit der typisch badischen Gastfreundschaft nahm Baden-Baden im Sommer 2015 Flüchtlinge aus Syrien auf. Unter ihnen befanden sich viele junge Menschen, die nach neuen Lebensperspektiven suchten und in der Zwischenzeit Beachtliches geleistet haben. So auch Abdullah Rajab Almalla, kurz „ Appo Regie“ genannt, studierte in Syrien Archäologie, entdeckte seine Leidenschaft für Film und Kunst. Mit der Unterstützung des Medienberaters Georg von Langsdorff konnte sich Appo schnell mit Kameraführung, Schnitttechnik und Regie befassen. Bei dem Filmprojekt „Unser Augenblick“ im vergangenen September führte er eine der Kameras. Letzen September zeigte er auch schon seinen eigenen Film „Schatten“ im großen Kinokomplex in Baden-Baden. Über 1000 Zuschauer besuchten die Dokumentation über Bewohner eines Flüchtlingsheims, um Appos eigene Erzählweise über Mut und Verlust, Leben und Chance anzusehen.  Es sind Lebensgeschichten von Menschen in einer Übergangsituation und eines Tages würden von ihrer Übergangssituation in der Unterkunft nur noch ihre Schatten übrig sein. Am Montag, den 18. September eröffnete er seine erste Ausstellung im Beisein der Oberbürgerbürgermeistern Mergen. Seine Unterwasserausstellung „Untergegangen“ am Augustaplatz soll auf die nach wie vor tragische Situation derjenigen Menschen aufmerksam machen, die ihr Heil in gefährlichen Überfahrten übers Mittelmeer suchen. In einer schnellen Medienwelt sind Nachrichten über Ertrinkende längst zur Gewohnheit geworden, dagegen will Appo mit Kunstinstallationen ein Zeichen setzen. Es ist keine Ausstellung, die sofort ins Auge fällt, aber so ist das mit dem Untergegangenen … Unterwasserausstellung "Untergegangen"

„Untergegangen“ am Augustaplatz2018-08-15T16:04:46+00:00

SIGMAR POLKE

SIGMAR POLKE ALCHEMIE UND ARABESKE 11. Februar – 21. Mai 2017 Montags bleibt das Frieder Burda Museum geschlossen. Sigmar Polke (1941 – 2010) gehört zu den größten Bild-Erfindern und bedeutendsten Malern Deutschlands. Seine Werke leben von gesteuerten Zufällen und bergen geheimnisvolle Überraschungen. Sie werden von einem besonderen Wort- und Bildwitz begleitet, der alles kategorisch Strenge durchbricht. Die Ausstellung im Museum Frieder Burda konzentriert sich auf zwei wesentliche Merkmale in Polkes Arbeiten. Sie rückt unter dem Aspekt Alchemie die zufällig bis chaotisch erscheinenden Bildgründe seiner Malerei in den Fokus, die durch ungewöhnliche Substanzen entstehen, was zu eigenartigen Farbverläufen führt. In anderen Werken reagieren mineralische Zusätze auf klimatische Veränderungen. Der Alchemie steht der Aspekt Arabeske gegenüber – ornamentale Liniengebilde, die Polke etwa Holzschnitten Dürers und Altdorfers entnahm. Er malte aber auch seine eigenen Handlinien oder generierte Zufallslinien. Sigmar Polke ist diesen wie zufällig erscheinenden, selbst gewählten Ordnungen auch in anderen Materialien und Medien nachgegangen, so goss er Asphaltritzen mit geschmolzenem Gold aus, fotografierte das schnörkelige Wachstum von Weinreben oder radioaktives Urangestein. Er filmte chemische Farbexperimente, sammelte fluoreszierendes Uranglas und interessierte sich für Zerrspiegel. Die Ausstellung präsentiert neben hochkarätigen Gemälden erstmals die in den USA entstandenen „Goldstücke“ sowie eine große Anzahl an Fotografien und zwei Filme, Urangestein-Fotografien, Polkes eigene Sammlung an Uranglas-Objekten, Zerrspiegel und Filmmaterial des Künstlers. Ausstellungskurator: Helmut Friedel. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Bice Curiger, Helmut Friedel und Barbara Vinken im Schirmer/Mosel Verlag.

SIGMAR POLKE2017-01-09T16:33:07+00:00