Festspielhaus Baden-Baden

Das Festspielhaus mit spannenden Themenführungen

Bei einem Aufenthalt in der Kurstadt sollte man sich den Blick hinter die Kulissen des größten Opern- und Konzerthauses Deutschlands auf keinen Fall entgehen lassen.

Über das Festspielhaus in Baden-Baden lässt sich einiges nachlesen, schließlich hat es eine bewegte und bewegende Geschichte hinter sich. 1998 nahm es den Spielbetrieb auf. Die Finanzierung der Opern-, Konzert-, und Ballettaufführungen wird über eine private Stiftung, einzelne Förderer und den Freundeskreis Festspielhaus Baden-Baden e.V. sichergestellt, was bislang einmalig in Europa ist. Man spricht vom ersten privat finanzierten Opernhaus. Das Festspielhaus Programm ist mit vier Festspielphasen, zusätzlichen Einzelveranstaltungen aus Klassik, Pop Events, gehobenem Entertainment und Jazz, sehr abwechslungsreich. Mittlerweile ist das Festspielhaus auch während des SWR3 New Pop Festivals zur begehrten Location geworden.

„Wir empfehlen nur so, “by the way”, zu begehrten Veranstaltungsterminen frühzeitig Ihr Zimmer im Sophienpark zu buchen …“

Seit 1977 stand der großherzogliche Bahnhof der Belle Époque still, übrigens der einzige Fürstenbahnhof in Baden-Württemberg. Über die weitere Nutzung entstanden kontroverse Meinungen. Da Baden-Baden als ehemalige Sommerhauptstadt Europas auf eine besondere musikalische Geschichte zurückblickt, wuchs der Wunsch nach einem zukunftsweisenden Opernhaus. Die Kurstadt wollte sich wieder eindeutig als Kulturstadt in der Musikwelt positionieren.

Der Umbau

Wie so oft, wenn eine Veränderung ansteht, stand man in Baden-Baden dem Umbau des großherzoglichen Bahnhofs sehr skeptisch gegenüber. Die Sorge, dass ein moderner Anbau das historische Bahnhofsgebäude entstellen könnte und auch dem Stadtbild schaden würde, war groß. Auf der anderen Seite wünschte man sich eine klare architektonische Sprache und ein selbstbewusste Abgrenzung zum Historismus.

Zuschauerhaus und Bühne entstanden Mitte der 1990-er Jahre nach den Plänen des Wiener Architekten Wilhelm Holzbauer auf dem alten Gleiskörper. Die Idealwerte der Saalakustik errechnete der Ingenieur Karlheinz Müller aus München. Noch heute ist die Akustik unübertroffen und die 2500 Sitzplätze sind nach wie vor gut gebucht. Der moderne Opernbau stand anfänglich in der Kritik. Mittlerweile sieht aber die ganze Welt bewundernd auf eine der größten Spielstätten klassischer Musik in Europa.

Opernsaal im Festspielhaus

Festspielhaus Baden-Baden, Konzertsaal

Baden-Baden hat diesem großen Opernhaus von Weltruf viel zu verdanken. Der Intendant Andreas Mölich-Zebhauser lockte schon zahlreiche international bekannte Künstler nach Baden-Baden, wie Anne Sophie Mutter, Valerie Gergiev, Anna Netrepko und Rolando Villazón, und nicht zuletzt Sir Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern mit den Osterfestspielen. In den vergangenen Jahren hatte das Festspielhaus Baden-Baden immer wieder mit herausragenden Wagner-Aufführungen von sich Reden gemacht. Beinahe hätte Richard Wagner sein Festspielhaus in Baden-Baden errichtet. Was passiert aber hinter den Kulissen? Bei einer Führung können Sie das Festspielhaus mal aus einer ganz anderen Perspektive kennen lernen.

Themenführungen

Seit 2016 werden zu den gewohnten Führungen durch Foyers, Zuschauer- und Bühnenhaus auch drei neue Themenführungen angeboten:

  1. „Geschichte und Geschichten“. Baden-Baden blickt auf eine reiche musikalische Historie zurück. Als der Nutzung des alten Bahnhofs zur Debatte stand, entschloss man sich an diesem zentralen Punkt das damals größte Opernhaus Deutschlands zu errichten. Architektonisch gelang ein spannungsreicher Kontrast zwischen dem ehrwürdigen Bahnhofsgebäude und dem Opernhaus mit seiner atemberaubenden Akustik. Die Themenführung legt den Schwerpunkt auf diese Themen, nämlich die Geschichte des Bahnhofs, die architektonische Gestaltung des Opernhauses und die Entwicklung des Festspielhauses. Die Themenführung „Geschichte und Geschichten“ steht an jedem zweiten Sonntag im Monat auf dem Programm.
  2. „Kunst und Künstler“. Sie möchten wissen, was eine Inszenierung ausmacht? Wie man einen perfekten Orchesterklang zaubert? Sie möchten wissen, was das Menschliche hinter den Kulissen ausmacht? Dann werden Sie bei dieser Führung alle Fragen beantwortet kommen und werden sich sicherlich danach ganz anders in die Lage der Mitwirkenden und Künstler versetzen können, die das Programm des Hauses gestalten. Die Themenführung „Kunst“ und Künstler“ findet an jedem ersten, dritten und gegebenenfalls auch am fünften Sonntag des Monats statt.
  3. „Technik und Trompeten“. Wenn Sie von einer Vorstellung richtig in den Bann gezogen sind, nehmen Sie die Theatertechnik nicht wahr. So soll das sein. In dieser Themenführung wird erklärt, wie sich Fantasie und Theatertechnik verbinden, um das Publikum zu begeistern. Jetzt stehen die sonst verborgenen Kräfte im Rampenlicht und Sie dürfen alle Fragen stellen, die Ihnen schon immer auf der Seele brannten. Die Führung „Technik und Trompeten“ steht an jedem zweiten Sonntag im Monat auf dem Programm.

Individuelle Führungen und Führungen in Fremdsprachen lassen sich auf Anfrage arrangieren. So lässt sich mit etwas Vorlaufzeit ein rundes Wochenendprogramm zusammenstellen.

Gruppenführungen

An Werktagen, Samstagen und Feiertagen läuft um 11 Uhr (werktags) bzw. 14 Uhr (Samstage und Feiertage) die Führung „Deutschlands größtes Opernhaus“ – die klassische Kennenlern-Tour.

Alle Führungen durch das Festspielhaus dauern etwa 75 Minuten. Die Basistour kostet acht Euro Eintritt (Schüler und Kurkartenbesitzer: sechs Euro), bei den neuen Themenführungen liegen die Ticket-Preise bei zehn (bzw. acht) Euro.

Gruppenführungen (bis 25 Personen) sind für 120 bzw. 150 Euro zu haben – auf Anfrage auch in englischer und französischer Sprache. Eintrittskarten zu den Festspielhaus-Führungen (auch Gruppenführungen) können unter Tel. 07221 / 30 13-101 reserviert werden. Tickets gibt es auch an der Tageskasse, allerdings ist eine Reservierung empfehlenswert.

Gastronomie im Festspielhaus

Für ihr leibliches Wohl sorgt im Festspielhaus das Restaurant Aida. In einer malerischen Kulisse wie um die Jahrhundertwende speisen Sie in einem historischen Saal mit imposantem Kristalllüster, Stuckdecken und Wandspiegeln. Das Aida war für seine Küche immer schon bekannt. Ab Oktober entwickelt nun kein geringerer als Harald Wohlfarth das Menü. Bereits im März sorgte er mit seiner Speisenfolge für den G 20 Gipfel für Furore. Damals gab es als Hauptspeise: Kalbsmedaillon und geschmortes Kalbsbäckchen im Kräutermantel mit Parmesan-Chip, Hummus und Spitzmorcheln an Schalottenjus. Michael Drautz, der Geschäftsführer des Restaurant Aida setzt hohe Maßstäbe: “Wir möchten unseren Gästen auf allen Ebenen Perfektes bieten: mit den weltbesten Künstlern und nun auch mit einem der weltbesten Köche.” (Gourmetwelten, 16. September 2017).

Für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren: das TOCCARION

Die musikalische Erlebniswelt des Toccarion befindet sich im Gebäudeensemble des Festspielhauses. Für eine ganzheitlich positive Entwicklung von Kindern ist Singen und Musizieren unerlässlich. In unserer heutigen Zeit kommt das gemeinsame Musizieren viel zu kurz oder gar nicht mehr vor. Der Sigmund Kiener Stiftung war es eine Herzensangelegenheit, allen Kindern mit der Einrichtung der Kinder-Musik-Welt TOCCARION einen spielerischen Zugang zur Musik zu ermöglichen. Als Förderer und Stifter des Festspielhauses möchte die Stiftung die Zusammenarbeit mit dem Festspielhaus stärken.

Das TOCCARION ist kein Museum, sondern ein Mitmach-Haus, in dem die Besucher voll gefordert sind!

Die Stationen in der Musik Erlebniswelt sind alle interaktiv. Sie oder besser Ihre Kinder, werden durch folgende Räume geleitet:

  • Alter Wartesaal
  • Fürstenzimmer
  • Gefolgezimmer
  • Vorzimmer
  • Raum der Klangfarben
  • Rythmuslabor
  • Tanzlabor
  • Stimmlabor

Hier erkunden die Kinder Stimme, Gesang, Rhythmus, Tanz, Musikinstrumente und Orches­ter und werden später aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, welche Experimente ihnen gelungen sind.

Für alle geschichtsinteressierten geben die historischen Räume, wie der Alte Wartesaal oder das Fürstenzimmer, Aufschluss über die Bedeutung des Fürstenbahnhofes zu seiner Zeit. Im Westflügel konnte der Großherzog von Baden seine Gäste direkt in privaten Empfangsräumen begrüßen. Der Pullmann des Kaisers hielt direkt am Bahnsteig, so dass sich die Flügeltüren des Fürstenzimmers öffnen konnten, aus denen der Großherzog seinen erlauchten Gästen entgegengetreten war. Baden-Baden war als Sommerhauptstadt Europas ein internationaler Dreh- und Angelpunkt für den Adel sowie für Politiker und Künstler von Rang und Namen.

Dank des Engagements der Sigmund Kiener Stiftung konnte der Originalzustand in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt an vielen Stellen des Gebäudes wieder hergestellt werden.

So können sich Kinder im Festspielhaus Baden-Baden heute als prominente Gäste fühlen und beispielsweise im Fürstenzimmer die erste Geige spielen, den ersten Kontrabass oder die erste Posaune. Oder hätten Sie gewusst, was Cajons sind? Das schöne Fürstenzimmer beherbergt mittlerweile nämlich einen großen Teil der Instrumentensammlung des TOCCARIONS. Und die dürfen die Kinder mit allen Sinnen kennenlernen.

Ein paar lustige Anekdoten gibt es auf der Webseite des TOCCARION auch von Frank Elstner und Anke Engelke, die neben vielen bekannten Künstlern hier wieder Kind sein durften. Es ist schon ein großer Spaß, wenn die Künstler, die abends in den ausverkauften Vorstellungen das Publikum restlos begeistern, tagsüber bei Workshops mit den Kindern mitwirken. Das ist einmalig und das gibt es wirklich nur im Festspielhaus Baden-Baden.

Das TOCCARION wird unter der Woche vorwiegend von Kindergärten, Schulen und Vereinen gebucht, an Wochenende werden Familienführungen angeboten. Sie können aber auch Kindergeburtstage hier feiern oder ganz individuelle Führungen vereinbaren:

Beim alten Bahnhof  2

76530 BADEN-BADEN

Telefon 07221 30 13 101

INFO@TOCCARION.DE

Merken

2018-08-30T14:42:46+00:00